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ERFAHRUNGSBERICHTE
Berichte von bisherigen Gewinnern




























Shanghai 2015 – Sanaa und Onat

Als wir Ende Oktober die E-Mail mit der Nachricht erhielten: „Ihr seid die Gewinner des Stipendiums „Shanghai“. Wir freuen uns sehr für Euch, Ihr habt Euch die Reise wirklich verdient!!!!“ konnten wir erst gar nicht richtig glauben, dass ausgerechnet wir unter allen Bewerbern so einen großen Traum erfüllt bekommen. Nachdem wir realisiert hatten, dass wir nach Shanghai fliegen können, konnten wir uns vor Vorfreude gar nicht mehr halten und es fühlte sich an, als würde es noch ewig dauern, bis wir unsere Reise antreten könnten. Doch dann ging alles plötzlich ganz schnell, als wir am Hamburger Flughafen unseren mehr als 12-stündigen Flug mit Umsteigen in Stockholm antraten. Zum Glück verlief fast alles problemlos, bis darauf, dass Onats Koffer verloren ging, der aber einen Tag später wieder bei ihm ankam.

Wir wurden in einer sehr netten Gastfamilie untergebracht - bei Christina und Peter Decu. Beide stammen aus Bremen. Sie haben zwei Kinder namens Philip und Alexandra, die beide in China aufgewachsen sind, aber momentan ein Internat in Schottland besuchen. Herr und Frau Decu haben uns sehr gut unterstützt, sodass wir uns in der Stadt schnell zurechtfanden und haben mit uns zahlreiche Ausflüge unternommen.

Dafür haben wir auch Transportkarten erhalten. Herr Decu war mit uns auf dem TV Tower. Von dort oben hatten wir einen atemberauenden Ausblick und konnten so erkennen, wie riesig diese Stadt ist. Ein besonderes Highlight für uns war es auch, dass Herr Decu für uns einen Ausflug in die Wasserstadt organisiert hat, die so schön ist. Fast wie ein kleines Venedig mit vielen kleinen Brücken, kleinen Läden mit selbstgenähten oder gemalten Dingen und Restaurants in den Seitengassen. Wir wurden von seiner netten Assistentin Cennet begleitet, die mit uns dort auch in einem kleinem Teegarten eine traditionelle Teezeremonie durchgeführt hat. Frau Decu ist mit uns, ihrem Sohn Phillip und seiner Schulfreundin Anna, die mit ihm aus Schottland nach Shanghai gekommen ist, nach Xi An und Peking geflogen.

Sehr oft wurden wir heimlich fotografiert, nach Fotos gefragt oder die Leute stellten sich einfach neben uns oder hakten sich sogar bei uns unter. Am Anfang war das sehr komisch für uns, doch gegen Ende wurde es langsam zur Gewohnheit. Frau Decu erklärte uns, dass für Chinesen Europäer sehr interessant sind, besonders für die Chinesen, die von außerhalb kommen und selten Ausländer sehen. Sie sind sehr interessiert und zeigen die Fotos später stolz im Dorf herum.

Die internationale Schule

Eine Woche gingen wir auf die Internationale Schule. Diese Möglichkeit bekamen wir durch unsere Gastmutter, die dort arbeitet. Wir mussten für die Zeit unseres Schulbesuches auch Schulkleidung tragen. Allerdings nur ein Polohemd und einen Hoody. Einige Schüler fanden die Schulkleidung nicht so toll, für uns war das lediglich etwas ungewohnt. Wir besuchten verschiedene Klassen und bekamen beide einen Mitschüler als Paten an die Seite gestellt, der deutsch sprach. Unterschiede, die uns auffielen waren, dass die Schüler sehr normal auf neue Mitschüler reagierten. Anders als bei uns, wo neue Schüler meistens total ausgefragt werden, weil alle so neugierig sind. Hier war es völlig normal, dass Schüler andauernd kommen und gehen, denn ihre Eltern wechseln aufgrund ihres Berufes häufiger den Standort. Die Schule war sehr gut ausgestattet, wie zum Beispiel mit 3D-Druckern, einer Kletterwand, einem Schwimmbad oder den neuesten Computern.

Das moderne Shanghai einerseits – die traditionelle chinesische Lebenskultur andererseits

Shanghai ist sehr vielfältig. Es ist sehr fortschrittlich, denn es verfügt über eine ausgezeichnete Infrastruktur mit mehrspurigen Straßen, U-Bahnen und Hochstraßen, über die Magnetschwebebahn, die mit bis zu 430 km/h fährt, über riesige Wolkenkratzer, den Tower und viele große Mals. Die Stadt verändert sich stetig. Dies ist uns besonders aufgefallen, als Herr Decu mit uns das Stadtplanungsmuseum besucht hat. Dort bemerkten wir auch, wie groß Shanghai ist, als wir die Stadt, die als Miniaturnachbau ausgestellt wurde, betrachtet haben.

Doch in Shanghai spiegelt sich auch die Geschichte Chinas wieder. Zu erkennen ist dieses deutlich in Museen oder Tempeln. Besonders ist uns dieses aufgefallen, als wir den Bund besuchten, in dem der alte Stadtteil Puxi, in dem noch immer viele wunderschöne alte Gebäude stehen, zu finden ist.

Die Skyline in Pudong wird durch den Huangpu-Fluss getrennt. Hier trifft alt auf neu. An der 2,6 km langen Uferpromenade sind viele Firmen oder Banken in den alten Gebäuden untergebracht. Sehr traditionell und wunderschön ist die Altstadt und der Yu-Garten, dort sieht es wirklich genauso aus, wie wir uns das traditionelle China vorgestellt haben. Mit gebogenen Dächern und den wunderschönen Dachreitern, den kleinen Brücken und dem grünen Wasser im Yu-Garten sowie der schönen Gartenkunst. Die Altstadt ist sehr schön. Zwischen den zahlreichen Touristenständen ist immer noch zu bemerken, wie schön und alt die Stadt ist. Einige Stellen der Stadt wirken wie unverändert.

Der Ausflug nach Xi An

Wir flogen von Shanghai aus mit Frau Decu, ihrem Sohn Phillip und Anna gemeinsam nach Xi An. Frau Decu hat dort alles perfekt geplant. Obwohl wir nur zwei Tage dort blieben, haben wir eine Menge gesehen. In Xi An übernachteten wir in einem sehr schönen Hotel. Nachdem wir schnell unser Gepäck auf unsere Zimmer gebracht haben, ging es schon direkt los. Wir gingen in die Große Muslime Straße, dies ist eine lange Straße in Xi An, die sehr von der muslimischen Kultur geprägt ist. Außerdem sind die meisten Menschen dort Muslime. Anschließend besuchten wir die große Moschee, die von vielen kleinen Gärten umgeben ist. Die Moschee wurde an den chinesischen Baustil angepasst. Am selben Tag besuchten wir noch die Große Wildgangs Pagode, die im Jahr 652 entstand ist. Ein alter Tempel, der von einem Kaiser zu Ehren seiner Mutter gebaut wurde.

Am nächsten Tag besichtigten wir die Terrakotta Soldaten. Um die Ausgrabungsstelle wurde ein Museum errichtet. Es wurden bis heute etwa 7000 Soldaten ausgegraben, doch ist erst ca. ein Viertel der gesamten Anlage komplett freigelegt. Jede Figur sieht unterschiedlich aus. Der Anblick war unglaublich beeindruckend und es ist unvorstellbar, wie viele Menschen an der Armee gearbeitet haben müssen.

Die Reise nach Peking

Wir flogen von Xi An nach Peking. Dort haben wir im chinesischen Klub übernachtet, ein ehemaliger Palast eines früheren chinesischen Prinzen. Es war dort wunderschön und sehr traditionell. Am nächsten Tag fuhren wir mit einer Gondel auf die Chinesische Mauer. Als wir oben waren, brauchten wir erst einmal einen Moment, um diesen Anblick zu realisieren, denn zu dem tollen Ausblick kam noch hinzu, das grade Kirschblütenzeit war und die Berge bedeckt waren von den schönen Blüten. Wir liefen sehr lange über die teilweise sehr steile Mauer. Hinunter fuhren wir mit der Bobbahn, obwohl es erst ganz schön steil aussah, hatten wir unglaublich viel Spaß beim Hinunterfahren.

Am nächsten Tag fuhren wir in die Verbotene Stadt. Dort regierte bis 1911 der chinesische Kaiser. Für die einfache Bevölkerung war der Zutritt verboten, daher der Name. Es war beeindruckend! Die Häuser sind prachtvoll - meistens rot mit goldenen Elementen. Auf jedem Haus waren Dachreiter. Es wurden immer mehr, denn umso mehr Dachreiter auf dem Haus stehen, umso wichtiger ist das Gebäude bzw. die Bewohner.

Anschließend fuhren wir zum Himmelstempel. Er ist in der Mitte eines großen Parks. Dort tanzten alte Leute gemeinsam fröhlich zu Musik oder spielten gemeinsam Karten. Man konnte fast spüren, wie zufrieden die Menschen sind. Der Himmelstempel ist sehr kunstvoll, die Farben sind so bunt und leuchtend. Er ist so schön! Er stammt noch aus der Ming-Dynastie. Jedes Jahr betete der Kaiser dort für eine gute Ernte.

Diese Reise ist unvergesslich für uns und wir sind dem OAV unendlich dankbar dafür, dass Sie uns dieses großartige Erlebnis ermöglicht haben. Mit dieser Reise ist ein Traum für uns in Erfüllung gegangen. Wir bedanken uns auch bei unserer tollen Gastfamilie, die uns eine so schöne Zeit bereitet hat!