Mood-Erfahrung
ERFAHRUNGSBERICHTE
Berichte von bisherigen Gewinnern































Phillippinen 2016


Als wir die Zusage bekamen, waren wir beide völlig aus dem Häuschen und konnten es kaum noch erwarten, bis es losgeht. Der Vortrag von Onat und Sanaa über ihre Reise nach Shanghai hat unsere Vorfreude nur noch verstärkt. Bei dem Stiftungsfest des OAVs im Rathaus haben wir unseren Gastvater Claus Sudhoff kennengelernt, mit dem wir am nächsten Tag gemeinsam mit unseren Familien und Frau Freeborn essen waren.


Hinflug und Ankunft

Anfang März ging es endlich los. Gemeinsam mit unseren Familien haben wir uns auf den Weg zum Flughafen in Hamburg gemacht. Von Hamburg sind wir nach Istanbul und von dort weiter nach Manila geflogen. Wir beide sind noch nie so lange und auch noch nie alleine geflogen. Beide Flüge verliefen reibungslos, wir haben viel gegessen, geschlafen und Filme geguckt. So waren die 21 Stunden Flugzeit schnell vorbei. In Manila wollte unsere Gastmutter uns abholen, die wir aber nicht auf Anhieb gefunden haben. Unser Gastvater Claus war noch in Deutschland und kam ein paar Tage später an. Mit Hilfe anderer Filipinos haben wir Connie dann doch gefunden und haben ihre Nichte Alyssa kennengelernt, die auch im Haus der Sudhoffs wohnt. Wir wurden freundlich empfangen und sind zuerst einkaufen gefahren. Wir beide haben gestaunt über all die verschiedenen Früchte und haben viele zum Probieren mitgenommen.


Haus und Familie

Unsere Gasteltern während unserer Zeit auf den Philippinen waren Connie und Claus Sudhoff. Obwohl die Beiden mit ihrer anspruchsvollen Arbeit eigentlich mehr als ausgelastet sein sollten, haben sie uns in ihrem Haus willkommen geheißen, sich Zeit genommen und uns einen einmaligen Monat ermöglicht, wofür wir ihnen sehr dankbar sind. Gastgeschwister hatten wir zwar eigentlich nicht, aber das hat kaum etwas ausgemacht. Stattdessen hatten wir nämlich zwei tolle Gastcousinen, Alyssa und Shaira und einen tollen Gastcousin, Joram. Außerdem haben in unserem Haus zwei Maids und der Familienhund Arco gelebt. Gewohnt haben wir in einem sogennanten „Village“, das ist eine abgezäunte Wohngegend, in die nur die Anwohner Zutritt haben. Als wir unser Haus zum ersten mal gesehen haben, waren wir beide sehr beeindruckt, da es wie die anderen Häuser im Village sehr groß ist. Zu unserer großen Freude hatten wir sogar einen Pool, den wir auch fast täglich genutzt haben. In der Familie wurden insgesamt drei verschiedene Sprachen gesprochen. Unser Gastvater, der ursprünglich aus Deutschland kommt, hat mit uns ab und an deutsch geredet. Unsere Gastmutter hingegen hat mit den Maids und unseren Cousinen manchmal Tagalog gesprochen, das neben Englisch die offizielle Sprache auf den Philippinen ist. Hauptsächlich haben wir aber alle Englisch geredet, da so alle mit einbezogen waren.


Schule

Wir haben drei Tage die European International School Manila besucht. Sie besteht aus einem deutschen, einem französischen und einem internationalen Teil, wir waren im deutschen. Es gibt dort sogar einen Kindergarten. Die Schule besuchen meistens Kinder, dessen Eltern aus beruflichen Gründen in Manila sind und so sind dort viele unterschiedliche Nationen vertreten. Die Schule liegt auf einem riesigen Gelände, mit großem Sportplatz, Bibliothek, Cafeteria, Spielplatz und sogar einem Outdoorpool. Am Morgen hat uns ein Schulbus abgeholt und wir sind gemeinsam mit anderen Kindern aus unserem Village zur Schule gebracht worden. Aufgrund des Verkehrs hat der Hinweg ungefähr eine Stunde gedauert und der Rückweg sogar bis zu drei Stunden, obwohl die Distanz nur einige Kilometer beträgt. Die Klasse 10c war für die paar Tage unsere Klasse, die aus nur knapp 10 Schülern bestand. Die Unterrichtsinhalte der deutschen Schule sind fast identisch mit unseren und es herrscht ein angenehmes Lernklima, aufgrund der kleinen Gruppe. Die Schüler haben den gesamten Unterricht, bis auf die Fremdsprachen, auf Deutsch, jedoch sprechen sie außerhalb des Unterrichts nur Englisch. Den gesamten ersten Tag hatte unsere Klasse Theaterprobe, weil am nächsten Tag das Stück „Der Besuch der alten Dame“ auf Deutsch aufgeführt werden sollte. Der restliche Unterricht war ähnlich wie in Deutschland, und wir hatten dort sogar das gleiche Thema in Physik wie Zuhause. In unserer Klasse haben wir uns mit allen gut verstanden und teils außerhalb der Schule noch etwas unternommen.


Legazpi

Gemeinsam mit unserer Gastmutter Connie und ihrer Nichte Alyssa und ihrem Neffen Joram sind wir nach Legazpi gefahren. Das ist die Provinz, aus der unsere Gastmutter stammt. Nach einem einstündigen Flug sind wir aus der Metropole Manila in dem schönen grünen Legazpi gelandet. Schon vom Flugzeug aus konnte man den Vulkan „Mayon Vulcano“ sehen, der als schönster Vulkan der Welt gilt, aufgrund seiner perfekten Form, und noch immer aktiv ist. Wir haben in einem Hotel in Legazpi gewohnt und von dort verschiedene Ausflüge unternommen. An einem Tag sind wir nach Donsol gefahren, um mit Walhaien zu tauchen. Schon in Deutschland haben wir beschlossen, das dieses Erlebnis bei unserer Reise auf die Philippinen nicht fehlen darf. Auch unsere Gastfamilie hatte dies noch nie gemacht, und wir waren alle sehr gespannt und ein bisschen nervös, was uns erwarten wird. Angekommen an der Tauchstation haben wir zuerst einen Film über das Tauchen mit Walhaien gesehen und wurden so aufgeklärt, was es zum Schutz der Tiere zu beachten gibt. Dann ging es mit unseren Tauchguides los und raus aufs Wasser. Die Walhaie schwimmen oft nur knapp unter der Oberfläche und unsere Guides haben fleißig Ausschau gehalten. Immer wenn ein Walhai in Sicht kam, hieß es für uns: 1. Schnorchelsachen anziehen 2. Auf Kommando ins Wasser springen 3. Nach unten gucken 4. Versuchen mit dem Tier mit zu schwimmen (diese sind sehr, sehr schnell) Bei der ersten Begegnung mit so einem großen Walhai hatten wir alle ein unwohles Gefühl im Magen. Diese Tiere sind die größten Fische der Welt und sind um die 15 Meter lang. Doch nach und nach haben wir es einfach nur noch genossen, ein so großes Tier unter einem schwimmen zu sehen. Es war für uns alle ein atemberaubendes Erlebnis und wahrscheinlich das Highlight der gesamten Reise. Legazpi ist, wie oben schon genannt, bekannt für den Vulkan „Mayon Vulcano“. Um den Vulkan herum ist die Natur wunderschön, und wir haben eine ATV (Quad) Tour gemacht. Es war für uns beide neu, aber man hat schnell gelernt, auf den ATV´s zu fahren. Es ging über Hügel, durch einen Fluss und kleine Nebelflüsse, durch Sand und über Steine. Von überall hatte man einen super Blick auf den Vulkan, dessen Spitze leider von Wolken bedeckt war. Am Ende der Tour waren wir beide klitschnass und voller Matsch, aber das war das Erlebnis wert. Unsere Gastmutter Connie ist in Legazpi aufgewachsen und ein Teil ihrer Familie lebt noch immer dort. Das Leben in den Provinzen ist ganz anders, als in den großen Städten und noch mal anders, als bei uns in Europa. Auf den ersten Blick wirkte für uns alles sehr idyllisch. Die Häuser sind meistens klein und die Straßen schmal, alles ist nicht so neu oder sauber, aber grade das macht es perfekt. Überall ist buntes Treiben auf den Straßen und alle Menschen sind freundlich und aufgeschlossen. Allerdings leben viele dieser Menschen in Armut und ihr Leben ist nicht so leicht, wie es auf den ersten Blick wirkte.


Fabrik

Unsere Gasteltern haben seit vielen Jahren ihren eigenen Betrieb. Sie haben uns einen Tag mitgenommen, damit wir einen Einblick in das Fabrikgeschehen und in die Produktion von Hemden bekommen, die dort produziert werden. Der Betrieb nennt sich CS Garment und bietet zu den normalen Jobs auch Ausbildungsplätze an. Für uns beide war es beeindruckend, in so einer großen Lagerhalle zu sein und bei der Produktion zuzusehen, zum Beispiel wie schnell die Mitarbeiter arbeiten oder wie viel Stoff in den Lagerräumen gelagert wird. Besonders überrascht waren wir darüber, dass Connie alle Namen der Mitarbeiter und sogar noch persönliche Details über sie wusste.


Handelskammer und Botschaft

In der letzten Woche unseres Aufenthaltes hatten wir ein zweitägiges Praktikum in der German Philippine Chamber of Commerce and Industrie (GPCCI) und einen eintägigen Einblick in die Deutsche Botschaft. An unserem ersten Tag in der Handelskammer wurden wir zu Anfang erst einmal dem Team vorgestellt. Dann haben wir eine Führung durch das Gebäude und eine ausführliche Erklärung zu den verschiedenen Aufgabenfeldern bekommen. Das war sehr interessant, weil wir vorher nur sehr wenig darüber wussten. Für den Fall dass es euch auch so geht, fasse ich es hier noch einmal kurz zusammen: die Aufgabe der Handelskammer ist im Grunde, deutsche Unternehmen, die ihre Standpunkte in ein bestimmtes Land ausweiten wollen, zu unterstützen. Die Kammern dienen als Ansprechpartner und helfen unter anderem dabei, potentielle Geschäftspartner zu finden und nützliche Kontakte zu knüpfen. In die eigentliche Arbeit wurden wir auch sehr schnell mit einbezogen. Wir durften helfen, eine Powerpoint Präsentation und das Programm für eine Delegation aus Deutschland zu entwerfen, die ihre verschiedenen Konzepte zum Thema „Erneuerbare Energien“ auf die Philippinen bringen wollte. Außerdem haben wir versucht einige Texte vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen, was gar nicht so einfach war. Als wir Urkunden für die verschiedenen Mitglieder der Handelskammer erstellt haben, war es besonders lustig, dass auch unser Gastvater dabei war. Am Abend konnten wir ihm dann erzählen, dass er bald eine Urkunde erhalten wird, die wir für ihn gemacht haben. Auch die Verabschiedung einer langjährigen Mitarbeiterin durften wir miterleben. An dem Tag gab es Pizza für alle und man hat das innige Verhältnis im Team sehr bemerkt. Auf den Philippinen darf Pizza bei besonderen Anlässen nicht fehlen. Auch in der internationalen Schule war es üblich, an Geburtstagen für alle Pizza mitzubringen. Der Tag in der Botschaft begann für uns mit einer kurzen Führung. Im Ausland vertritt eine Botschaft alle deutsche Behörden zugleich und ist deswegen in viele unterschiedliche Abteilungen unterteilt. Uns wurde erklärt, dass die Mitarbeiter des Auswärtigen Amts nie nur einen Beruf haben, da sie nach einiger Zeit immer in eine neue Abteilung weiter wandern. Außerdem wechseln sie alle vier Jahre den Standort und ziehen in ein neues Land, weswegen die Arbeit als Diplomat sehr vielseitig ist. Die Mitarbeiter waren alle sehr nett und haben sich viel Zeit für uns genommen. Auch mit dem Botschafter haben wir kurz gesprochen. Es war sehr spannend, die ganzen Arbeitsprozesse einmal von der anderen Seite mitzuerleben und am Ende des Tages waren wir beide sehr begeistert und hatten unseren späteren Berufswunsch als Diplomaten gefunden. Mal sehen, was daraus wird... (Kulturelle-) Unterschiede zu Deutschland Obwohl wir schnell bemerkt haben, dass Deutschland und die Philippinen doch einiges gemeinsam haben, ist vieles ganz anders als wir es aus Europa kennen. Bereits beim Verlassen des Flughafens fielen uns erste kulturelle Unterschiede auf.


Freundlichkeit der Menschen

Von der philippinischen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft hatten wir bereits vor unserer Reise sehr viel gehört und sie ist uns während unseres Aufenthalts immer wieder von neuem begegnet und aufgefallen. Da wir unsere Gastfamilie nicht auf Anhieb gefunden haben, wurde uns, sowohl vom Flughafen Personal als auch von mehreren Passanten, sofort sehr freundlich Hilfe angeboten, die wir auch dankend annahmen. Anders als in Deutschland würde es auf den Philippinen auch niemals passieren, dass man angerempelt wird, ohne dass eine überschwängliche Entschuldigung folgt. Zudem sind die Menschen sehr spontan. Als wir von Manila aus einmal an den Strand gefahren sind, hat uns eine Frau direkt in ihr Haus eingeladen und an ihrem privaten Strandabschnitt baden lassen. Und unsere nette Reiseleitung in Legazpi hat uns beim Abschied vorgeschlagen, doch noch eine Weile kostenfrei zu bleiben, da wir leider nicht mehr genug Zeit hatten, um mit dem Boot „Island Hopping“ zu machen. Auch gegenüber den älteren Menschen herrschte auf den Philippinen ein viel größerer Respekt, was wir sehr schön fanden. So gibt es unter anderem beim Einkaufen eine extra Schlange für „Senior Citizen“ und die jüngeren Menschen begrüßen die älteren Familienmitglieder, indem sie deren Hand an ihre Stirn heben.


Politik im Alltag

Außerdem ist uns aufgefallen, dass es auf den Philippinen eine große Begeisterung für Politik gibt. So konnte man beispielsweise beim Kauf von Getränken wählen, welchen Präsidentschafts- Kandidaten man auf seinem Pappbecher haben wollte und besonders in Legazpi gab es auf den Straßen oft Veranstaltungen, die einen bestimmten Kandidaten beworben haben. Die meisten Menschen sind von ihrem persönlichen Favoriten sehr überzeugt und setzen große Hoffnungen in ihn oder sie.


Kirche und Religion

Ein weiterer Unterschied ist, dass der Religion und der Kirche ein viel größerer Wert beigemessen wird. Wie auch unsere Gastmutter, ist ein großer Teil der Menschen sehr katholisch. Einmal haben wir mit ihr zusammen einen Gottesdienst besucht, was sowohl eine schöne, als auch eine sehr beeindruckende Erfahrung war. Während die Kirchen in Deutschland nur selten wirklich gefüllt sind und meistens eher eine gedrückte Stimmung herrscht, ist es auf den Philippinen ganz anders. Der Gottesdienst, den wir besucht haben, war geradezu überfüllt. Alle Sitzplätze waren besetzt und selbst draußen standen noch viele Menschen und haben mitgehört. Dabei war die Kirche wirklich nicht klein, es gab sogar noch obere Ränge die ebenfalls alle gefüllt waren. Der Gottesdienst selbst war sehr fröhlich und mit viel Musik gestaltet. Von der Predigt haben wir zwar nicht sehr viel verstanden, weil alles auf „Tagalog“ war, aber die Stimmung war ganz anders als wir es aus Deutschland kannten. Am Ende wurde noch für einige Mitglieder der Gemeinde, die im März Geburtstag hatten, „Happy Birthday“ gesungen, und alle sind aufgestanden und haben mitgeklatscht.


Verkehr

Ein anderer großer Unterschied ist, dass auf den Philippinen aus deutscher Sicht alles ein bisschen „unorganisierter“ verläuft. Der Verkehr ist wirklich chaotisch, es wird von allen Seiten überholt und alle fahren durcheinander. Auf der Straße mischen sich die unterschiedlichsten Fahrzeuge und man steht jede Fahrt mindestens einmal im Stau. Im Voraus lässt es sich selten sagen, wie lange man für einen bestimmten Weg brauchen wird. Wir haben beispielsweise für eine Strecke von 70 Kilometern fünf Stunden gebraucht. Das kann wirklich nervig sein, aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran.


Ernährung

Auf den Philippinen spielt Essen eine große Rolle. Es wird sehr viel und oft gegessen und es als Gast bekommt man ebenfalls fast immer Essen angeboten. Weil wir beide Vegetarierinnen sind, konnten wir vieles leider nicht probieren, aber unsere Gastfamilie hat für uns trotzdem immer neue, meistens sehr leckere Sachen zum Probieren gefunden. Außerdem gab es eine riesige Auswahl an leckeren Früchten. Besonders die philippinische Mango haben wir beide geliebt und in allen möglichen Variationen jeden Tag gegessen.


Armut

Leider ist auch der Unterschied zwischen „arm“ und „reich“ viel ausgeprägter und es gibt wirklich viele Menschen, die kaum etwas besitzen. Grade wenn man aus einem Land wie Deutschland kommt, in dem es sehr viel soziale Sicherheit gibt, ist es sehr schockierend und traurig zu sehen, wie manche Menschen leben müssen. Da diese Armut aber leider zum Gesamtpaket „Philippinen“ dazugehört und auch nicht ausgeblendet werden sollte, wollten unsere Gasteltern uns auch diesen Teil ihrer Heimat zeigen. Mit unserer Gastmutter zusammen haben wir deswegen auch die Slums von Manila, die Smokey Mountains besucht. Uns wurde wirklich klar, wie viel Glück wir mit unseren Lebensstandards in Deutschland haben, und wie dankbar wir sein können. Besonders rückblickend war das ein wichtiger Teil unserer Reise.


Klima

Auf den Philippinen ist es Tag und Nacht sehr warm und zudem ist die Luftfeuchtigkeit hoch. Das hat den Vorteil, dass trotz der Hitze alles sehr grün bleibt, aber nach dem Verlassen des Flugzeuges schlägt einem die Luft trotzdem erst einmal wie eine Wand entgegen. Bis wir uns daran gewöhnt hatten, haben wir erst einmal ein paar Tage gebraucht. Im Gegensatz zu der hohen Außentemperatur stehen die meistens sehr stark klimatisierten Innenräume. Manchmal war es deswegen gar nicht so leicht, sich passend anzuziehen, entweder war einem in langen Sachen draußen viel zu warm oder in kurzen Sachen drinnen viel zu kalt.
Insgesamt kann man sagen, dass auf Philippinen zwei ganz unterschiedliche Arten von Kulturen aufeinanderprallen. Einerseits wurde viel vom Westen übernommen, was bestimmt daran liegt, dass die Inseln lange Zeit eine Kolonie unter wechselnden Kolonialherren waren. So guckt unsere Cousine, Alyssa, zum Beispiel die gleichen Serien wie wir und unsere Freunde in Deutschland, und auch in den Kinos gibt es viele der Filme, die auch in Deutschland zu finden sind. Es gibt besonders in Manila tausende riesige Shopping Malls, in denen wir viele vertraute Marken und Geschäfte entdeckt haben. Auch das Essen ist teilweise sehr amerikanisch, so ist zum Beispiel Fastfood sehr populär. Das Schulsystem wurde ebenfalls dem amerikanischen System angegliedert. Andererseits haben sie aber auch eine ganz eigene, sehr spannende und vielseitige Kultur.


Rückflug

Besonders in unserer letzten Woche auf den Philippinen ist die Zeit plötzlich immer schneller vergangen und vollkommen überraschend stand uns plötzlich der traurige Abschied bevor. Am Abend vorher haben wir für die ganze Familie selbstgemachte Pizza gebacken, es war ein richtig schönes Abschiedsessen. Wir haben noch zusammen die vielen Fotos anguckt, die in der Zeit unseres Besuches entstanden waren und lange zusammen gesessen. Weil wir leider nicht genügend Platz im Auto hatten, konnten zum Flughafen nur unsere Gastmutter und unsere beiden Cousinen mitkommen. Wir mussten uns also schon Zuhause von unserem Gastvater, den Maids und dem Schäferhund Arco verabschieden. Der Abschied fiel uns nicht leicht, denn in den letzten vier Wochen hatten wir alle sehr ins Herz geschlossen. Auf der Autofahrt wurde dann auch schon die eine oder andere Träne vergossen. Am Flughafen verabschiedeten wir uns dann auch vom Rest der Familie. Unsere Stimmung auf dem Rückflug war ganz anders als auf dem Hinflug. Wir waren ziemlich traurig und wären beide gerne noch ein bisschen länger geblieben. Allerdings haben wir auch bemerkt, dass wir uns während der vier Wochen verändert haben. Unser Englisch hat sich sehr verbessert und insgesamt sind wir sprachlich beide sicherer geworden. Am Flughafen hatten wir diesmal weniger Probleme uns zurecht zu finden und waren schon ein bisschen routiniert geworden. Insgesamt haben wir in den vier Wochen, die wir auf den Philippinen waren, viel erlebt und gelernt, an das wir noch oft zurückdenken werden.
Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich beim OAV bedanken, dass er uns diese großartige Chance gegeben und diese Reise ermöglicht hat. Und ein ganz besonderer Dank geht auch an die Sudhoffs, unserer Gastfamilie. Danke, dass ihr uns so viel gezeigt und organisiert habt, sodass wir einen kleinen Einblick in die Kultur und Lebensart der Philippinen bekommen konnten. Es gibt natürlich noch immer viel zu entdecken und wir sehen uns bestimmt wieder!